Die Tastatur ist Lava! Mentor*innen im Fokus


Wenn das Team von Jugend hackt, bei seinen ehrenamtlichen Mentor*innen nachfragt, warum sie eigentlich in ihrer Freizeit Jugendliche unterstützen, kommt oft als Antwort: Genau so ein Programm wie Jugend hackt hätten sie sich in diesem Alter auch gewünscht.

Ohne Mentor*innen gäbe es Jugend hackt erst gar nicht: In jedem Jahr des Programms stecken über 10.000 Stunden Ehrenamt, und der größte Teil davon wird von Mentor*innen geleistet. Sie sind auf den Events und in den Labs dabei, betreuen die Jugendlichen in den Projektgruppen und sind Ansprechpartner*innen bei technischen Fragen. Bei den Events begleitet im Schnitt ein*e Mentor*in drei Jugendliche bei ihrem Projekt.

„Wenn ich aus dem Wochenende rauskomme, kann ich tatsächlich fast schon tänzelnd durch Berlin laufen, weil ich merke: Wenn das, was diese Kids auf die Beine stellen, unsere Zukunft ist, dann freue ich mich auf diese Welt von morgen“, so hat es Simone, die als Mentorin beim Event in Berlin mithilft, einmal beschrieben.

Bei einem Programm, das mit Code die Welt verbessern will, ist es klar, dass viele der Mentor*innen Programmiererfahrungen haben, ob beruflich oder als Hobby. Ein gutes Projekt oder eine gute App bedarf aber mehr als einer Ansammlung von Codezeilen. Daher gibt es bei Jugend hackt auch viele Mentor*innen, die ihr Wissen in Sachen Making, Design oder Projektmanagement weitergeben.

Mentor innen_CC BY 4.0 Jugend hackt, Foto Leonard Wolf 1
Mentorin und Teilnehmer bei Jugend hackt in Berlin 2019  (Quelle:CC-BY 4.0 Jugend hackt, Foto: Leonard Wolf)

Ein technischer Background ist also gar nicht Voraussetzung, um sich zu engagieren: „Ich finde, Jugend hackt ‘ sollte man einfach einmal ausprobieren“, fasst es die Mentorin Sabine aus Ulm zusammen. „Das Vorwissen ist eigentlich total egal, denn jeder bringt seine eigenen tollen und unterschiedlichen Fähigkeiten mit und kann sich damit einbringen“. Nicht zuletzt sind die Mentor*innen auch gerade in ihrer Vielfalt und mit ihren verschiedenen Hintergründen Vorbilder für die Jugendlichen.

Natürlich ist nicht jede*r spontan in der Lage, ein ganzes Wochenende lang eine Gruppe von 12- bis 18-Jährigen zu begleiten. Alle Mentor*innen erhalten daher vor dem Event eine ausführliche Schulung durch das pädagogische Team von Jugend hackt. Die wichtigste Regel dabei: Die Tastatur ist Lava! Soll heißen: Niemals als Erwachsener den Jugendlichen den Laptop aus der Hand nehmen und einfach die Lösung eintippen. Das erzeugt nur Frust.

Stattdessen helfen die Mentor*innen den Teilnehmenden mit einigen Fingerzeigen in die richtige Richtung, ihr Problem selbst zu lösen. Eine Kommunikation auf Augenhöhe, die Eigenständigkeit, Teamwork und Freude am Erkenntnisgewinn in den Vordergrund stellt.

„Ich bin als Mentorin bei Jugend hackt, weil es für mich super inspirierend ist, zu sehen, wie junge Generationen sich mit gesellschaftlich komplexen Themen auseinandersetzen, dazu Projekte entwickeln und tatsächlich versuchen, die Welt zu verändern“, erzählt Mentorin Jelka, die in einem kurzen Video ihr Engagement bei Jugend hackt erklärt.

Das digitale Ehrenamt funktioniert auch remote, wenn man gerade nicht gemeinsam an einem Ort sein kann: Seit März ruhen wegen der Corona-Pandemie auch bei Jugend hackt alle Vor-Ort-Events. Stattdessen gibt’s regelmäßige Onlineformate. Auch hier sind die Mentor*innen aktiv: Sie halten Coding-Workshops, sprechen in live gestreamten Talkshows über Datenalgorithmen und beantworten die Fragen der Jugendlichen im Chat.

Viele werden Mentor*in, weil sie sich so ein Programm als Jugendliche selbst gewünscht hätten. Einige werden es, gerade weil sie Jugend hackt erlebt haben: Immer mehr ehemalige Teilnehmer*innen bleiben dem Programm auch nach ihrem 19. Geburtstag erhalten und engagieren sich selbst als Mentor*innen, weil sie der Community etwas zurück- und ihre Erfahrungen weitergeben wollen.


Weitere Infos

Video bei Youtube
Informationen zu Mentor*in bei „Jugend hackt“ werden

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